DIGITALE KUNST

GEDANKEN ZUR DIGITALEN BILDENDEN KUNST / von Antonia & Burkhard Zimmermann
Burkhard Zimmermann in der diART GALERIE
digitale Komposition von Burkhard Zimmermann in der diARTGALERIE

In den mehr als 3 Jahren, in denen wir den Blog KUNSTNOTIZEN aufgebaut und betrieben haben, haben wir zahlreiche Künstler und Galerien kennen gelernt. Wir haben mit Erstaunen festgestellt, dass uns kaum digitale Kunst untergekommen ist, weder bei den Künstlern selbst, noch in den diversen Galerien.  Da wir selbst mit Digitalem experimentieren, haben wir uns gefragt, wieso das so ist. Hier 3 Aspekte unserer Überlegungen.

  1. Der Kostenfaktor

Unsere ersten digitalen Experimente / Bearbeitungen haben wir noch auf einem Laptop gemacht. Allerdings  sind wir bald an seine Datenverarbeitungsgrenzen gestoßen. So war es nötig, einen leistungsstarken Standcomputer anzuschaffen  und eine schnelle Grafikkarte, die auch zusätzliche Bildschirme händeln konnte. Leistungsstarke Software war auch nötig, auch die kostet Geld. Außerdem muss man auch lernen, sie zu benutzen, dafür sind Kurse nötig, auch sie sind meistens nicht gratis. Dann braucht es viel Zeit und Übung. Letztlich will man auch noch zeigen, was man produziert hat und Ausdrucke erstellen. Auch die kosten. In unserem Fall haben wir anfänglich in einen Drucker investiert, der Fine Art Prints bis A2 drucken konnte. Das war bald zu wenig, ein größerer Drucker wurde angeschafft, jetzt geht es endlos von der Rolle, allerdings nur bis zu 62cm Breite. Größere Formate druckt uns ein Kollege aus der Prager Photoschule, bis zu einer Breite von 150cm, diese Investition werden wir wohl nicht tätigen. Da wir auch Videos digital aufnehmen und gestalten, beschafften wir uns einen 4k-Fernseher, um sie besser beurteilen und bei Ausstellungen zeigen zu können: ein weiterer Kostenfaktor.

Fazit: Will man anspruchsvolle digitale Kunst produzieren, kostet das viel Geld und Zeit. Welcher junge Künstler kann sich das leisten? Insbesondere, wo derzeit wenig Aussicht besteht, digitale Arbeiten auch verkaufen zu können.

  1. Der Markt

Wie oben dargestellt, ist digitale Kunst eine komplexe Angelegenheit. Es hat  auch lange gedauert, bis Fotografie als Kunstzweig anerkannt wurde. Auch hier hat man lange Zeit gedacht, sie sei zu banal, zu beliebig, zu einfach, zu wenig handwerklich. Der Kunstmarkt wird bekanntlich stark von Kunsthistorikern beeinflusst, die sich per Definition eher mit der Geschichte der Kunst beschäftigen, denn mit ihrer Zukunft. Daher braucht es Zeit, bis Verständnis für neue Technologien aufgebaut ist und auch digitale Kunst in den Galerien gezeigt und vertreten wird.

Fazit: Auch Kunsthändler und Galerien müssen überleben und bieten daher das an, was sich leicht verkaufen lässt. Das war immer schon so. Die meisten Künstler, die einen neuen Trend gesetzt haben, haben zu  Lebezeiten  wenig bis nichts verkaufen können, post mortem sind die Preise explodiert. Es braucht eben lange, bis ein Markt entsteht; und Jemanden  der fördert und begreift, was hier entsteht.

  1. Die Motivation

Wir erheben jetzt beileibe nicht den Anspruch, angehende große Künstler zu sein. Vielmehr nach Betrachtung unseres Lebens, das ja schon einige Jahre andauert, erkennen wir, dass wir zur Rubrik der Vorreiter zählen. Wir waren beide bei den Anfängen der Computertechnologie dabei. Neben unserer beruflichen Tätigkeit, hatten wir bereits in den frühen 1990iger Jahren ein Yogazentrum, und wurden von manchen noch als Sektierer angesehen, heute bietet jedes Fitnessstudie Yogakurse an. Weiters sind wir bereits seit 30 Jahren Vegetarier, was in den Anfangszeiten auch  nicht leicht war, auswärts  essen musste sich auf Beilagen beschränken. In den Jahren ab 2000 war eines unserer Projekte die Renaturalisierung von intensiv genutzter Acker- und Wiesenfläche, auf 2ha Grund entstand ein HÖHENGARTEN. Mit dem Blog KUNSTNOTZEN haben wir erkundet, wie sich mit  zeitgemäßen Social  Media Technologien Aufmerksamkeit für Bildende Kunst schaffen lässt. Und jetzt eben unsere digitalen Experimente. Die wechselnden Projekte sind den sich ändernden Lebensumständen geschuldet. Diese und weitere Projekte können unter http://www.antoniazimmermann.at/projekte-seit-2000 nachgelesen werden.

Fazit: Es gibt Menschen, die als Trendsetter fungieren, sie haben ein Gespür für Neues und eine große Freude am Experimentieren. Das ist ein angeborener Charakterzug, wenn man den sinnvoll nützen kann, ist das Leben erfüllt  und spannend. Das ist der Lohn. Das Geld fließt, wenn überhaupt erst in der Nachfolge.

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